20km weiter nördlich in Süderlügum bin ich aufgewachsen und möchte etwas erzählen über meine Pläne und Gedanken zu Akzeptanz und Verständnis den Menschen gegenüber, im Einklang mit der Natur und dem Umgang mit Technik.

Die letzten 13 Jahre habe ich damit vollbracht in einem, nicht ganz so bunten, Klassenzimmer zu sitzen um dort zu lernen, wie Natur und Mensch funktionieren. Im Laufe der Jugend fiel mir dann auf, dass unser System wie es momentan angedacht ist, so nicht funktionieren kann. Irgendeine Variable wurde in der Gleichung vergessen. Ich bohrte dann weiter und weiter und fand heraus, dass die gesamte Gleichung bzw. die Idee hinfällig ist. Der Ansatz ist völlig daneben, denn leider nützt dieses System der Natur und dem Menschen nichts.

Das zu erkennen, ist vielleicht der erste Schritt, aber nun im negativen Trott zu versinken bringt die Lösung nicht voran. Also ging es nun auf Lösungssuche. Und wie ein Wunder kam dann die Hofgemeinschaft in mein Leben, die aufzeigt, wie eine Lösung aussehen kann. Es wird im Einklang mit Natur und Mensch gewirtschaftet, wobei dieses Wort wohl auch fehl am Platz ist, denn es wird nicht profitorientiert, sondern menschorientiert gehandelt.

Nun stellt sich für mich die Frage, wie die Zukunft aussehen soll und kann. Ich werde mich im folgenden Jahr (2021) ins Selbststudium begeben, dass heißt schauen, wo genau mein Platz in dieser sich wandelnden Welt ist. Daher kann ich schwer Prognosen abgeben, wo genau und wie lange ich wo lande, aber klar ist, dass ich mich in Zukunft damit beschäftigen möchte, wie ein mitweltfreundliches Leben aussehen kann.

In meinen Augen kann ein System nur von innen heraus verwandelt werden, daher möchte ich mich in Zukunft, damit beschäftigen, wie Unternehmen funktionieren, die ihre Mitarbeiter*innen gut bezahlen, die Umwelt schonend nutzen und gleichzeitig ein wirklich nützliches Produkt erschaffen. Natürlich ist das tauschlogikfreie Denken eine wunderbare Sache, die man unbedingt ausbauen sollte, gleichwohl braucht es noch Kapital, um seine Lebenshaltungskosten zu bewältigen und genau dieses möchte ich durch ein symbiotisches Handeln lernen zu erzeugen.

Außerdem habe ich ein großes Interesse an Technik, wobei ich viele Entwicklungen kritisch beäuge, denn die Entstehung der Möglichkeiten schreitet scheinbar unaufhaltbar voran, ohne dass man sich dem entziehen könne, dies sehe ich jedoch anders. Ich glaube, dass wir uns bewusst entscheiden müssen, welche Art von Unterstützung wir für die Zukunft möchten. Es gibt einen großartigen Film: „Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen“, in dem aufgezeigt wird, dass die jetzige konventionelle Landwirtschaft nicht so ertragreich ist, wie behauptet, denn der Großteil der Lebensmittel, die wir konsumieren stammt von effizienten Kleinbauern, die ohne Chemie und Technik auskommen, dafür aber intensive Handarbeit benötigen. In diesem Film werden Permakulturen angesprochen, die autark funktionieren, da die Pflanzen sich gegenseitig selbst versorgen und durch die Ansammlung auf kleiner Fläche extremst effizient sind. In der Hofgemeinschaft soll genau solch ein Garten entstehen und dieses lösungsorientierte Handeln finde ich großartig und hoffnungsgebend. Derartige Informationen sind durch die technische Entwicklung, Internet, viel einfacher und umfangreicher zugänglich. Daher ist liegt es mir am Herzen nicht pauschal diese Medien zu verurteilen, sondern dem Umgang mit ihnen zu schulen und auf das Potenzial sowie auf die Gefahren hinzuweisen.

Wenn das Machtinstrument der Herrschenden Unverständlichkeit und Langeweile ist, muss das der Beherrschten radikales Denken sein“ – Till Reiners. Ich glaube, dass wichtigste Mittel unserer Zeit – sowie aller Zeiten – ist Reflektion, denn im großen Fluss der Informationen, wird es immer schwieriger die Wahrheit herauszufiltern und zu erkennen was für einen persönlich gerade wichtig ist. Paradoxerweise, ist die Fähigkeit zu Denken, dass was uns als Mensch ausmacht, aber auch genau das, was uns vom Ursprung unserer Existenz ablenkt. Wir konzentrieren uns einzig und allein auf unseren Verstand, obwohl wir viel mehr sind als das. Und genau dort möchte ich gegensteuern. Das Verhältnis neu setzen. Witzig ist ja, dass wenn man sich mehr Auszeit aus dem Denken nimmt, durch beispielsweise Meditation, das Denken selbst klarer wird und man sich und seine Umwelt besser wahrnehmen kann.

Zu diesem bewussteren Leben, welches ich momentan versuche zu erreichen, gehört für mich auch ein stetiger Austausch der Gedanken mit den Mitmenschen. In der Hofgemeinschaft ist genau der Platz für solche Diskurse über Thematiken, die im sonstigen Alltag keinen Raum finden.

Das Leben in Gemeinschaft bedarf viel Kommunikation und Akzeptanz gegenüber den anderen Mitlebenden. Die anderen Meinungen zu tolerieren und mit allen auf einen Konsent zu kommen ist eine ideale Chance diese Fähigkeiten auszubauen und zu trainieren. Dafür bin ich sehr dankbar.

Ich glaube an eine bessere Welt und bin davon überzeugt, dass diese Gemeinschaft, genauso wie zahlreiche andere, ein Teil dazu beitragen.

Die größte Entscheidung deines Lebens liegt darin, dass du dein Leben ändern kannst, indem du deine Geisteshaltung änderst.“ – Albert Schweitzer

Wandlung ist notwendig wie die Erneuerung der Blätter im Frühling.“ – Vincent van Gogh

Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt“ – Mahatma Gandhi


 

 

Wir sind

Jan

Jan

Ich bin auf dem Hof in Enge aufgewachsen und habe bis 1999 dort gelebt; danach in Osnabrück und Hamburg. Seit 2016 bin ich in einem vielschichtigem Weiterbildungsprozess, der sich inzwischen richtig gut anfühlt.

Claudia

Claudia

Ich komme aus dem Nachbardorf „Stedesand“, ca. 4 km von Enge entfernt. Aufgewachsen bin ich auf einem Bauernhof; wir hatten eine Milchviehwirtschaft. Hier in Nordfriesland habe ich eine Ausbildung zur Bäckereifachverkäuferin gemacht und auch 12 Jahre in einer Bäckerei gearbeitet.

Katrin

Katrin

Mein Name ist Katrin Reimann und ich bin seit 2019 mit dem Projekt verbunden. Seit Juni 2020 bin ich Teil der Kerngruppe und engagiere mich beim Projektaufbau und dem Anbau von Gemüse in unserer Solawi.

René

René

Ich bin René und bin 1979 in Mecklenburg-Vorpommern in der ehemaligen DDR geboren und aufgewachsen. Mit Anfang 20 zog es mich dann nach Berlin, wo ich 15 Jahre lebte und arbeitete.

Lena

Lena

Marie

Marie

Hallo. Ich bin Marie Carstensen. Nach dem Kennenlernen der Hofgemeinschaft Nordfriesland im Herbst 2019 hat sich mein Kontakt so entwickelt, dass ich nun seit November 2020 im Projekt wohnhaft bin.

Daniel

Daniel

Ich bin Daniel, 1990 geboren und in Treia aufgewachsen. Ich bin seit September 2019 am Projekt beteiligt und wohne seit Januar 2020 in Enge.

Sarah

Sarah

Ich bin Sarah, 37 Jahre und wohne seit Juli 2020 im Gemeinschaftshaus hier in Enge. Ursprünglich komme ich aus Süddeutschland. Mich hat schon seit Längerem der Materialismus in meinem alten Umfeld gestört.

Richard

Richard

Jahrgang 1983 Berufl. Umorientierung zum Ernährungsberater. Befinde mich momentan hier in der Hofgemeinschaft Nordfriesland in der Annäherungsphase. "Gehet in die Wälder und werdet wieder Menschen." Jean Jacques Rousseau

Elias

Elias

20km weiter nördlich in Süderlügum bin ich aufgewachsen und möchte etwas erzählen über meine Pläne und Gedanken zu Akzeptanz und Verständnis den Menschen gegenüber, im Einklang mit der Natur und dem Umgang mit Technik.

Emily

Emily

Gerd

Gerd

Ich wohne schräg gegenüber zum Projektgelände. Ich beschäftige mich mit der sozialen Frage und finde es notwendig ein Bewusstsein für die seelische Ebene und die geistige Ebene zu entwickeln, mit der jeweils entsprechenden "moralischen Logik".

Ruth

Ruth

Ich habe 1960 in Hamburg das Licht der Welt erblickt. Nach vielen Berufsjahren in der Sozialwirtschaft habe ich nach einem Burnout meine Berufung in der Unterrichtung von Yoga gefunden.